Willkommen in London, meine Damen und Herren - Eine der bedeutendsten Metropolen dieser Welt! Hier gibt es eine Menge zu Erleben für Jedermann, glauben Sie mir. Haben Sie sich schon den Big Ben angesehen? Haben Sie versucht, die Grenadier Guards vor dem Buckingham Palace zum Lachen zu bringen? Vielleicht gehören Sie auch zu der Art Touristen, die sich in diese Stadt verlieben und nie wieder gehen? Viele kamen in unsere Stadt, sie haben hier geliebt, gelebt, gelacht und gelitten. Hier gab es bereits tausende Geschichten und es wird noch etliche tausend weitere hier geben. Vielleicht gehört Ihre bald auch dazu? Die Steine der Straßen sind getränkt mit Tränen, Blut und Schweiß von all den Menschen, die hier wandelten. Londons Seiten sind nicht nur sonnig, meine Damen und Herren, nein, das sind sie wahrlich nicht. In der hiesigen Zeitung, The Chronicle - die größte unserer Stadt - lesen wir jeden Tag von den Verbrechen, die diverse Banden hier begehen. In den dunkelsten Gassen schleichen sie sich herum, aber nicht nur dort, selbst auf der Sonnenseite lassen sie sich blicken. Haben Sie den feinen Herren mit dem Anzug gesehen? Haben Sie gewusst, das er der Kopf einer der größten Banden hier ist? Sogar die Reichen unter uns tragen keine weiße Weste. Aber wo auch immer es Reichtum gibt, dort herrscht auch Armut. Die Leute, die am wenigsten haben, für die kein Licht in der Dunkelheit zu leuchten scheint, diese sollten in die Stille horchen, denn man sagt, man kann dort den Gesang der Nachtigallen hören, eine Zuflucht für alle die keine Hoffnung mehr verspüren. Schauen Sie, zu unserer Linken befindet sich das Nightingale Theatre, man munkelt das sich des nachts die Nachtigallen dort tummeln, aber wer weiß schon, ob es stimmt, was auf den Straßen verbreitet wird? Vorsichtig, meine Damen und Herren, wohin Sie auch gehen, seien Sie aufmerksam, denn jeder Schritt in dieser Stadt schreibt Geschichte. Wie wird sich die Ihrige gestalten?



Wir schreiben das Jahr 2019.
Mai bis August




Xobor RPG; Szenentrennung

Real Life RPG - London

empfohlen ab 18 / L3S3V3

Seit Oktober 2018

#1

what strange creatures brothers are ▪ complete the folan trio

in Gentlemen 08.07.2019 20:30
von Conall Folan | 190 Beiträge

BASIC FACTS

▪ Conall Calum Folan | 33 Jahre {20.05.86} | Facharzt für Kinderheilkunde | Oberschicht
▪ Colin Hamish Folan | 22 Jahre {11.08.97} | Philosophiestudent | Oberschicht



FACECLAIM

▪ Jack Lowden & Ben Hardy ▪



STORYLINE

▪ Da Xobors Zeichenbegrenzung pro Beitrag meinte, uns ärgern zu müssen, findest du unsere Storylines im Beitrag unter diesem. ▪


SCHREIBSTIL

▪ [ ] Erste Person | [ x ] Dritte Person | [ ] Unterschiedlich/Ich passe mich an ▪
Die Sonne war gerade am westlichen Horizont hinter die Häuser geglitten, als Conall aus seiner Tür trat, ein "Schönen Abend noch" ins Haus rief, bevor er diese hinter sich schloss. Er hatte seinen Bruder für den heutigen Abend dazu überreden können, auf Darcy aufzupassen. Ihn hatte es tatsächlich selbst sehr gewundert, dass Colin auf seinen Deal eingegangen war. Was hielt einen 21-Jährigen an einem Freitagabend Zuhause? Das Versprechen, dass er in der kommenden Woche keinen Wäschedienst hatte, offensichtlich. Ein Schmunzeln glitt über die Lippen des Iren. In mancherlei Hinsicht war Colin doch einfacher gestrickt, als er dachte, was so einiges wesentlich unkomplizierter machte.

Die Hände in die Hosentaschen geschoben, machte er sich nun auf den Weg die Straße hinunter. Er hatte sich bewusst gegen eine Fahrt mit dem Auto entschieden, ein kleiner Abendspaziergang schadete schließlich auch nicht, zudem gab es hier in der Gegend ebenso schöne Bars und Kneipen wie anderswo auch. Ja, heute war wieder einer dieser Abende, an dem es ihm nach einem guten Guinness verlangte, etwas durch-die-Pubs-Geschlender, das ihm den Stress der vergangenen Woche wieder von den Schultern nehmen konnte. Doch es ging ihm nicht nur darum, sich einen Pint nach dem anderen die Kehle hinabzuschütten, ganz und gar nicht. Vielmehr erfreute er sich der ständig wechselnden Gesellschaft, die ihn in den Pubs und Kneipen begrüßte. Wie viele gute Bekanntschaften er in der Vergangenheit bereits an gerade solchen Abenden geschlossen und wie viele anregende Gespräche er dabei geführt hatte. Gerade das war es, was ihn daran so reizte, wenngleich sein geliebtes Guinness die Sache natürlich noch etwas zu versüßen vermochte.
Manch einer mochte es für traurig halten, wie er so alleine loszog, die Straße entlangschlenderte, bevor er sich schließlich in die erste ansprechende Kneipe setzen würde, und das gerade an einem Freitagabend. Seine Vorstellung könnte davon jedoch nicht ferner liegen. Oftmals waren gerade diese kurzweiligen, stillen Spaziergänge nur in Gesellschaft des eigenen Selbst überaus erfrischend und angenehm. Und wer konnte schon nein sagen zu dem schönen Anblick, der sich ihm dabei bot? Rosarote Streifen zogen sich über den Himmel, während die Sonne ihr letztes Licht für den heutigen Tag auf das Land warf. Conall verstand nicht, wie man sich bei Sonnenuntergängen einsam fühlen konnte. Gerade das Gegenteil war der Fall. Es wirkte fast so, als wären dabei all Diejenigen - und es mussten viele sein -, die sich genau diesen Sonnenuntergang gerade ansahen, ob nun bei einer abendlichen Zigarette von ihrem Fenstersims aus oder auf dem Weg zur nächsten fetten Party, miteinander verbunden. Aber vielleicht war diese Ansicht auch nur seiner manchmal übertrieben sentimentalen Art zuzuschreiben, die er zuweilen und gerade in solchen Momenten an den Tag legte. Vielleicht dachte sich die Person, die gerade den letzten Zug ihrer Zigarette tat und dann das Fenster wieder schloss nur, dass es eben Abend wurde und der Feiernde würde wohl auch nur schulterzuckend die kommende Party im Kopf haben.
Und mit diesem Gedanken öffnete er schließlich die Tür zu der Kneipe, die er just in diesem Moment entdeckt hatte.

Es war noch nicht allzu spät, die Trinkfreudigen würden wohl erst später an diesem Abend eintreffen, lediglich ein paar Herrschaften an einem runden Tisch in der Ecke und einige weitere, die es sich auf den Hockern an der Bar bequem gemacht hatten, blickten auf, als aus seiner Richtung ein warmer Windstoß durch die Tür mit ihm in den Raum drang, nur um kurz darauf der leicht stickigen Atmosphäre der Kneipe wieder Platz zu machen, die sich breit machte, nachdem die Tür hinter Conall zugefallen war.
Mit einem knappen, begrüßenden Nicken an die anderen Barhocker gerichtet, ließ er sich ebenfalls auf einem von diesen nieder und wandte sich schließlich mit einem offenen Lächeln an die Dame hinter der Theke.
"Ein Guinness bitte."

Unbequeme Schlafpositionen waren für Colin nichts neues. Wenn man an all die Parties dachte, die er in seinen jungen Jahren nun schon hinter sich gebracht hatte, dann war es eigentlich ein Wunder, dass sein Körper noch keine bleibenden Schäden davongetragen hatte, nur weil er meinte mehrere Stunden zwischen einem Schrank und einem Sessel eingeklemmt - eine lange Geschichte die mit dem Trinken vieler Tequila Shots zusammen hing - verbringen zu müssen. Auf dem Beifahrersitz eines Cabriolets aufzuwachen wäre eigentlich sogar eine der bequemeren Varianten. Wäre. Wenn sein Kopf während des Schlafes nicht mit der Wange auf der Kante der Tür zu ruhen gekommen war, während die Beine des jungen Mannes auf dem Armaturenbrett zu ruhen gekommen waren. Sein Rücken würde sich im Laufe des Tages wohl noch ordentlich beschweren, wenn man die verdrehte Art und Weise betrachtete, die sein Körper gewählt hatte um sich ein wenig auszuruhen.
Colin erwachte also mit einem steifen Rücken und um einiges steiferen Kiefer. Ein Blick in den Seitenspiegel verriet ihm, dass die Türkannte eine Abdruck hinterlassen hatte, der sich von seinem Mundwinkel bis zu seinem Ohr zog und dem Joker alle Ehre gemacht hätte.

Der junge Mann stellte seine Beine zurück in den dafür vorgesehen Bereich und stützte seine Ellenbogen auf den Knien ab, bevor er den Kopf hängen ließ und seine Hände in den klammen Haaren vergrub. Ein nicht ganz so leises "Fuck", entfleuchte seinen Lippen, als er das Dröhnen in seinem Kopf richtig zu registrieren begann. Viel an seiner Situation änderte das allerdings nicht. Er spürte bereits jetzt, dass sich eine gewisse Genervtheit in ihm breit machte und er wusste, dass, wenn er dieser nicht bald Luft machen würde, alles ein wenig unschön enden konnte.
Die Augen, wegen der hellen Sonne zu Schlitzen verengt, öffnete er die Tür und trat hinaus. Direkt in eine Pfütze. Kaltes Wasser sog sich in seinen Schuh und das linke Hosenbein und Colin spürte wie seine Socke widerlich nass wurde.
Dies half nicht gerade darin die Laune des jungen Mannes zu bessern. Ein erneutes "FUCK!", dieses um einiges lauter, suchte sich seinen Weg aus seinem Mund und, seinen Ärger in typischer Colin Folan Manier auslebend, trat er, sobald er das Auto gänzlich verlassen hatte, zwei mal mit voller Kraft gegen den linken Vorderreifen. Dieser hielt, Gott oder wem auch immer sei Dank, dem Angriff des jungen Mannes stand.

Doch damit war der ganzen Sache leider noch nicht genug getan, tatsächlich hatte er sich dadurch nur noch ein wenig mehr in Rage gebracht. Mit vor Wut bebenden Schultern zog er sein Handy aus seiner linken Hosentasche, nur um festzustellen, dass dieses nicht nur keinen Akku, sondern zudem einen vollkommen gesprungenen Bildschirm hatte. Für ein paar Sekunden starrte der junge Ire auf den schwarzen Bildschirm. Er ließ es sinken, wirkte beinahe, als hätte er sich schlagartig beruhigt. Dann, ohne Vorwarnung, holte er aus und schleuderte das Objekt so weit von sich fort, wie er konnte. Es kam irgendwo im nächsten Feld zu liegen und Colin hoffte, dass demnächst irgendein Traktor darüber fahren und es gänzlich zerstören würde.

Nachdem er noch zweimal tief durchgeatmet hatte öffnete er die Tür des Cabriolets, welche er zuvor mit voller Wucht zugeschlagen hatte, erneut und ließ sich wieder auf den Beifahrersitz sinken. "Keine verdammte Ahnung wo wir sin'", meinte er. Zwar klang seine Stimme so, als hätte er sich wieder ein wenig beruhigt, doch die Tatsache, dass sein irischer Akzent deutlicher hervortrat als er dies in der Regel tat, verriet, dass er nicht einmal annähernd so ruhig war, wie er sich nun wieder zu geben versuchte. "Wie wär's wenn wir's mi'm Navi versuchen?"


SEARCHING FOR...

▪ Großer Bruder ▪


BASIC FACTS

▪ XY Folan; zum Vornamen sei erwähnt, dass alle drei Söhne einen irischen Namen, der mit den Buchstaben Co beginnt, tragen (einige Vorschläge: Connor, Cormack, Conan, Corran), was den Zweitnamen betrifft, sei dir die Wahl freigestellt | ca. 35 Jahre | Erbe und zukünftiger CEO von Folan LTD | Oberschicht



FACECLAIM

▪ Dies sind Vorschläge, über die wir uns wahnsinnig freuen und die in unseren Augen wohl auch am Besten passen würden. Solltest du jedoch noch eigene Vorschläge haben, sind wir natürlich auch jederzeit offen dafür. Besagte Vorschläge sollten natürlich äußerlich zur Familie und auch zum Charakter passen. Ein kleines Vetorecht möchten wir uns aber noch beibehalten. ▪
▪ Aaron Tveit ▪ (Favorit)


▪ Dan Stevens ▪



GEMEINSAME STORYLINE

▪ Ansätze zur Hintergrundgeschichte des Suchenden und des Gesuchten ▪
Wie aus unseren Storylines bereits herauszulesen ist, wurde XY Folan als erster und somit ältester der drei Folan-Brüder geboren, wenige Jahre später folgte Conall und schließlich eine ganze Weile später Colin als Nesthäkchen der Familie. XY ging ganz in der Rolle des großen Bruders auf, war für seine Brüder da, wenn sie ihn brauchten, musste dies aber gleichzeitig mit den hohen Erwartungen, die sein Vater an ihn stellte, verbinden. Ähnlich wie Conall hatte auch er nie die Möglichkeit, ein sonderlich inniges Verhältnis zu seiner Mutter zu aufzubauen, ganz einfach weil diese es nie zugelassen hatte und schließlich aus dem Leben ihrer Söhne verschwunden war. Stattdessen waren es stets er und Conall, die das perfekte Brüdergespann bildeten, sich in der irischen Heimat auf den weiten Feldern des folanschen Anwesens die Zeit vertrieben bis Richard seine Söhne oder vielmehr nur XY dazu drängte, sich wieder um seine Aufgaben zu kümmern. Schon früh wollte der Vater seinen erstgeborenen Sprössling zum würdigen Nachfolger der Familiendynastie erziehen und achtete dabei weniger auf die emotionalen Bedürfnisse die ein Heranwachsender in diesem Alter hatte - Spaß zum Beispiel, das schien Richard stets ein Fremdwort gewesen zu sein. Um das Vergnügen dennoch nicht zu kurz kommen zu lassen, schlich XY sich oftmals heimlich fort, um gemeinsam mit Conall, später auch mit seinen Schulkameraden und Freunden, um die Häuser zu ziehen, Spaß zu haben, eben einfach Abenteuer zu erleben und Erfahrungen zu machen, die sein Vater ihm sonst nie geschenkt hätte. Er ließ sich durch die Bürde, die dieser ihm unwillkürlich auferlegte nicht unterkriegen und behielt sein sonniges Gemüt über all die Jahre hinweg bei. Seine Freude am Leben, an jedem einzelnen Tag wurde lediglich von der Gewissheit geschmälert, dass seine eigene Mutter ihn und seinen Bruder nicht zu wollen schien, das Leben dass sie bedeuteten - ein Leben mit Kindern, die sich eigentlich so sehr nach der liebevollen Umarmung einer Mutter sehnten. Diese sollte XY erst erhalten, als mit der zweiten Frau seines Vaters eine neue Mutterfigur in sein Leben trat, eigentlich die erste und einzige richtige, die er je bekommen sollte. Sie war genauso wie er sich immer seine eigene Mutter vorgestellt hatte und schenkte ihm die Zuneigung, die ihm über so viele Jahre verwehrt geblieben war. Zwar befand er sich zu diesem Zeitpunkt schon mitten in seiner Pubertät, dennoch hätte er nicht glücklicher sein können, als die Nachricht verkündet wurde, die neue Frau an seines Vaters Seite erwarte ein Kind. Und knapp neun Monate später sollte Colin Folan das Brüderduo zu einem Trio machen. Zwar konnten weder XY noch Conall anfangs sonderlich viel mit dem kleinen Baby anfangen, aber es war doch eine große Freude, einen weiteren Bruder in ihrer Mitte begrüßen zu können.

Spulen wir vor: Elf Jahre später. Das gefundene Glück währte nicht ewig, denn am 9. August des Jahres 2008 starb Colins Mutter bei einem Unfall und nahm so nicht nur dem Kleinen die engste weibliche Bezugsperson, sondern auch den beiden älteren Brüdern, die sich zwar inzwischen schon im Erwachsenenalter befanden, was aber nicht bedeutete, dass es sie weniger tief traf. Die Zeit danach war schwer und vor allem XY versuchte stets für Colin da zu sein, nachdem Conall wieder nach London zu seinem Studium zurückkehren hatte müssen. Doch mit zunehmendem Alter entglitt Colin mehr und mehr der Kontrolle seines Vaters als auch dem Einfluss seines Bruders, wenngleich dieser ihm lediglich zur Seite stehen wollte. Letztlich ließ XY sich aber zu sehr von den Ansichten seines Vaters, Colin bräuchte einfach nur Ruhe, beeinflussen und gab ihm diese schließlich. Im Nachhinein war auch ihm klar geworden, dass das vielleicht nicht die beste Herangehensweise gewesen war, aus diesem Grund sah er die Tatsache, dass Colin schließlich zu Conall nach London ging, doch als recht positive Entwicklung an.

In der Zwischenzeit seitdem XY seine Volljährigkeit erreicht hatte, hatte er sich einerseits darum gekümmert, in das Familienunternehmen einzusteigen, andererseits natürlich auch, das Privatleben nicht vollkommen außer Acht zu lassen, selbst nachdem das Arbeitspensum von Jahr zu Jahr zunahm, je mehr Verantwortung sein Vater ihm übertrug. Was in den folgenden Jahren passierte, wie sich XY entwickelte, welche Entwicklungen sich vor allem in seinem Privatleben taten, ist gänzlich dir überlassen, sollte lediglich schlüssig und realistisch gehalten sein.

Nun jedoch hat er sich dazu entschieden, das Familienunternehmen auszubauen und eine Zweigstelle in London zu errichten - sein Vater sieht dem Ganzen zwar gewissermaßen skeptisch entgegen, aber inzwischen hat sein Sohn sich bereits durch seine gute Arbeit verdient gemacht und gezeigt, dass er mit der Verantwortung umzugehen weiß und sein Vater ihm das nötige Vertrauen entgegenbringen kann. So führt ihn also sein Weg in die englische Hauptstadt und somit auch zu seinen Brüdern. Ob diese von seinem Vorhaben wissen oder doch überrascht werden, steht dabei offen.



EIGENSCHAFTEN

XY beschreibt sich durch eine äußerst ausgeprägte Ader für Witz und Schalk und erinnert mit seinem Humor von Zeit zu Zeit sogar an ein vorpubertäres Kind als einen erwachsenen Mann. Nicht Jeder vermag damit klar zu kommen und manche lassen ihn dies auch spüren, er selbst stört sich daran jedoch nicht im Geringsten. Für ihn stellte sein Humor seit jeher die beste Methode dar, um die Hürden, die ihm das Leben in den Weg stellt zu überspringen - und das teilweise sogar mit Leichtigkeit. Er vergisst dabei keineswegs zwischen Situationen, in denen sein Humor angemessen ist und in welchen nicht, zu unterscheiden. Die Verantwortung, die ihm im Laufe der Jahre übertragen wurde, weiß er zu übernehmen und zu schätzen. Oftmals gelingt es ihm schwierige Situationen oder Probleme mit einem gut platzieren Witz zu entschärfen und auch andere in seine scheinbar dauerhaft gute Laune mitzunehmen. Dass er natürlich nicht immer grinsen kann wie ein Honigkuchenpferd ist klar - das würde den Mundwinkeln wohl auch irgendwann schmerzen -, aber im Allgemeinen kann man ihn als überzeugte, verantwortungs- und vor allem selbstbewusste Frohnatur beschreiben, dem der typische Beschützerinstinkt eines älteren Bruders zu eigen ist und dem scheinbar keine Situation zu problematisch sein kann. XY lebt getreu dem Motto "Es gibt immer eine Lösung" und fügt dem auch gerne mal den ein oder anderen Witz hinzu...



PROBEPOST?

▪ [ x ] Ich wünsche einen neuen Post aus Sicht des Charakters | [ ] Mir reicht ein alter Post | [ ] Ich möchte ein gemeinsames Probeplay | [ ] Ich benötige keinen Probepost | [ ] Ich entscheide bei der Bewerbung ▪
Im Grunde möchten wir dir die Freiheiten lassen, die du brauchst, sollte Inspiration aber gewollt sein, haben wir hier die ein oder andere Idee für dich zusammengestellt:

Idee No. 1 - Ankunft in London: XY ist ein Freund der Überraschung, so hat er auch seinen Brüdern nichts von seinem Umzug nach London erzählt. Wie sich seine Gedanken und Aktionen von da an weiterspinnen, sei ganz dir überlassen.

Idee No. 2 - Darcys Babysitter: Man mag glauben, man hätte ihre beiden Hirne vertauscht, denn wenngleich Darcy vom Alter her eigentlich das Kind sein sollte, verhält sie sich mit ihrer doch schon recht reifen Art manchmal wesentlich erwachsener als ihr Onkel.

Idee No. 3 - Unangenehmes Familienessen, dass XY durch seine schlechten Witze aufzulockern versucht (Conalls mindestens ebenso schlechte Witze und Colins grundlegend schlechte Laune unterstützen den Wunsch nach einem angenehmen Familienessen nicht unbedingt)



WEITERE ANMERKUNGEN

▪ Das alte Geschwafel an dieser Stelle ist natürlich schon bekannt, aber dennoch möchten wir dir, wenngleich du es sicherlich schon tausendmal gelesen hast, versichern, dass wir keineswegs eine ständige Aktivität voraussetzen. Wir würden uns einfach freuen, wenn ernsthaftes Interesse an dieser Rolle besteht und wir dich auch für längere Zeit bei uns begrüßen dürften. Was uns im Besonderen sehr wichtig ist, dass man merkt, dass du dir viele und vor allem eigene Gedanken zum Charakter gemacht hast, schließlich soll er ganz und gar zu deinem werden, du sollst ihm Leben und eine Persönlichkeit einhauchen. Wir sind große Enthusiasten vom gemeinsamen Tüfteln und Planen und jederzeit bereit, uns diesbezüglich zusammen zu setzen, um den drei Brüdern noch weitere Facetten zu verleihen.
Was noch zu unseren eigenen Schreibgewohnheiten zu sagen wäre, ist, dass wir selbst sehr gemütliche Poster sind, die mehr auf Qualität wert legen als auf ein zügiges Posting, weshalb wir natürlich auch dir Verständnis entgegenbringen, sollte es bei dir länger dauern, schließlich ist das Schreiben ein Hobby und sollte nicht aus Druck heraus entstehen.
Nun bleibt nur noch übrig zu sagen, dass wir uns schon wahnsinnig auf dich freuen und hoffen, dass du nicht allzu lange auf dich warten lässt, Big Bro! ▪




zuletzt bearbeitet 12.08.2019 18:49 | nach oben springen

#2

RE: what strange creatures brothers are ▪ complete the folan trio

in Gentlemen 08.07.2019 20:30
von Conall Folan | 190 Beiträge



CONALLS STORYLINE

Irland ist für Einiges bekannt – weite grüne Landschaften, auf denen etliche Schafsherden grasen, ein Dialekt, der Viele zum Schmunzeln anregt und ein Volk, das für seine roten Haare bekannt zu sein scheint. Außerdem brachte Irland die Folans hervor. Ein Name, der den meisten Whiskeygenießern durchaus etwas sagt, schließlich gehört der Folan-Whiskey zu den meistgefragtesten und wohlschmeckendsten der Welt. Seit die Familie im 18. Jahrhundert mit ihrer Destillerie begann, haben sie sich durch diese ein wahres Vermögen verdient und zählen inzwischen zu den wenigen wirklich reichen Bürgern Irlands.

Conall Calum Folan wurde der Familie als zweiter Sprössling von letztlich Dreien geboren, nur wenige Jahre nach dem Ältesten. Seine Kindheit wäre im eigentlichen Sinne als recht glücklich zu beschreiben. Mit seinem Bruder verstand er sich verglichen mit so manch anderen Geschwisterpaaren wirklich gut und eigentlich mangelte es ihm an nichts. Eigentlich…
Für die materiellen Bedürfnisse mochte vielleicht gesorgt sein, doch seine Eltern schienen eine wichtige Tatsache zu übersehen. Ein Kind brauchte nicht nur materielle Zuwendungen sondern auch, oder vielmehr vor allem persönliche und familiäre. Es reichte nicht, seinen Spross mit Spielsachen zu überhäufen, die er eigentlich nicht brauchte und ihm Geschenke zu machen, mit denen er nichts anfangen konnte. Kinder brauchten elterliche Zuneigung und gerade das war etwas, woran es Conall mangelte. Anfangs war ihm das nie so wirklich bewusst – wie auch, er war schließlich noch ein kleiner Junge -, doch je älter er wurde und je intensiver der Kontakt zu Gleichaltrigen, desto stärker wurde ihm vor Augen geführt, wie unpersönlich, gar distanziert seine Eltern eigentlich waren. An sich war sein Vater ein guter Mann, Jemand, der sich durchaus Gedanken und Sorgen machte und auf seine Kinder achtete, doch er war vielbeschäftigt, er hatte sich schließlich um das Familienunternehmen zu kümmern. Sollte man es ihm also verdenken, dass er sich nicht so sehr um seine Kinder kümmerte wie diese es sich insgeheim gewünscht hätten? Damals hatte Conall das als Erklärung noch gereicht, heute allerdings macht er seinem Vater durchaus Vorwürfe für seine Einstellung. Doch wem die größte Belehrung gebühren sollte ist eigentlich seine Mutter. Fiona Folan war seit jeher für ihre direkte Art und das damit einhergehende Selbstbewusstsein bekannt. Man wusste nie, ob sie ehrlich war oder lediglich mit einem spielte. Man könnte es als Egoismus beschreiben, der sie in erster Linie trieb, doch Conall als kleiner Junge konnte natürlich nicht anders, als seine Mutter trotz aller Widrigkeiten zu vergöttern. Sie jedoch erwiderte diese bedingungslose Liebe ihres Sohnes lediglich mit der kühlen Distanz, die sie grundsätzlich an den Tag zu legen schien. Man mochte vielleicht behaupten, dass das einfach ihre Art war, doch jede gute Mutter hätte gesagt, dass sie sich gefälligst ihren Kindern zuwenden sollte, so wie diese es sich wünschten. Letztendlich konnte der kleine Conall sich kaum darüber beschweren, schließlich kannte er es gar nicht anders. Natürlich wurde ihm in späteren Jahren bewusst, dass ihm durchaus etwas fehlte, doch er hatte nie gewagt, Schritte zu tun, die seine Situation vielleicht verbessert hätten. Letztendlich ging es ihm ja auch nicht unbedingt schlecht…

Es gab eine Zeit, in der er einen Anflug von Eifersucht gegenüber seinem älteren Bruder verspürt hatte. Conan als Erstgeborener hatte stets besondere Aufmerksamkeit seitens ihres Vaters erhalten. Die Familientradition sah es vor, dass der Erstgeborene jeder Generation das Geschäft übernehmen sollte. Die Destillerie sollte stets in den Händen der Familie bleiben und das Rezept für den vorzüglichen Whiskey durfte auch nicht an Außenstehende weitergegeben werden. Natürlich hatte sich diese Familientradition im Laufe der Zeit etwas gelockert. Conan hatte durchaus eine Wahl, doch da der Vater ihn von Anfang an darauf getrimmt hatte, ihm später einmal in seine Fußstapfen zu folgen, stellten Alternativen für ihn keine wirkliche Option dar. Conall hingegen hätte sich einfach nur gewünscht, etwas mehr Beachtung seitens Richards zu erlangen. Natürlich wurde er weder von Vater noch von Mutter vollkommen ignoriert, aber es war eben nicht genug.
Die Eifersucht schwand aber schnell wieder, schließlich war es nicht Conan, dem man Vorwürfe machen sollte und grundsätzlich war dieser auch das einzige Familienmitglied, mit welchem Conall wirklich eine enge Verbindung teilte. Natürlich gab es in ihrer Kindheit und Jugend den ein oder anderen Konflikt, aufgebaut aus geschwisterlichen Provokationen und kleinen Neckereien, doch nichts davon war wirklich der Rede wert. Am Ende des Tages lagen sie sich stets glücklich lachend in den Armen.

Im Verlauf von Conalls Kindheit stellte sich immer deutlicher heraus, dass Conalls Eltern nicht besonders viel verband. Wo sie anfangs vor ihren Kindern noch eine oberflächlich glückliche Ehe vorspielen konnten, war dies schon bald nicht mehr möglich und nachdem Fiona schließlich in einer Nacht- und Nebelaktion das Haus verlassen hatte, dauerte es nicht mehr lange bis die Scheidungspapiere eingereicht wurden.
Spätestens dann war klar, dass ihr nicht sonderlich viel an ihren Söhnen zu liegen schien. Während anfangs noch die Vereinbarung galt, dass sie sich jedes zweite Wochenende sahen, nahmen diese regelmäßigen Verabredungen zunehmend ab und wurden letztlich nur noch zu gelegentlichen Treffen. Sie hatte weder um ihre Kinder gekämpft, noch besonders darauf geachtet, sie wissen zu lassen, dass sie geliebt wurden. Sie war gegangen, sie hatte ihre Entscheidung getroffen und diese beinhaltete, sich lieber mit dem Geld, dass sie aus dem Scheidungskampf kassiert hatte in sämtlichen Ecken Europas mit diversen Liebhabern zu vergnügen, als ihre Söhne aufwachsen zu sehen.

Doch diese aufwühlende Zeit versprach schließlich zu einem Ende zu kommen, als Richard Folan seinen Söhnen die neue Frau an seiner Seite vorstellte, eine Dame die zwar wesentlich jünger als ihre Mutter war, aber schon vom ersten Augenblick an einen wesentlich wärmeren Eindruck zu machen schien. Natürlich war es gewöhnungsbedürftig und natürlich war die Skepsis anfangs groß, doch letztendlich war auf Conalls Gesicht doch ein ehrliches Lächeln zu erkennen, als er an der zweiten Hochzeit seines Vaters seine Stiefmutter in die Familie begrüßen durfte. Es dauerte nicht lange, bis diese neue Familie um ein weiteres Mitglied wuchs und Conan und Conall ihren kleinen Bruder Colin in die Welt empfangen durften. Conall war damals bereits elf Jahre alt und wusste erst nichts so recht mit diesem zerbrechlichen roten Ding, das sich Baby nannte, anzufangen, dennoch konnte er von dem Moment an, in dem er Colin das erste Mal zu Gesicht bekam das brüderliche Band, mit dem sie von da an verbunden sein sollten, spüren.

Eine Sache, die ihm für eine Weile etwas aufstieß war die Tatsache, dass Colins Mutter ihrem Sohn vom ersten Moment an ihre bedingungslose Liebe geschenkt hatte, etwas, das Conalls eigene niemals konnte. Und für einen Augenblick hatte sich wieder diese unterschwellige Eifersucht in seinem Inneren geregt, doch im Grunde erkannte er, dass es dafür keinen Grund gab. Es war nicht so, dass Colins Mutter sich nur auf ihren leiblichen Sohn beschränkte. Nein, sie nahm auch Conan und Conall wie ihre eigenen Sprösslinge an und liebte sie so wie eine Mutter es tun sollte. Zwar sah Conall sich letztendlich nie imstande, sie wirklich als seine „Mama“ zu bezeichnen, ganz einfach, weil er dafür bereits zu groß war, um noch dieses bedingungslose Band zwischen einer Mutter und einem Sohn aufbauen zu können, doch Colins Mutter war die einzige gewesen, die ihm jemals wirkliche mütterliche Liebe entgegengebracht hatte.

Und so schien sich alles zum Guten zu wenden. Die Schule lief für den Heranwachsenden gut, auch sein soziales Umfeld konnte er festigen und das Leben schien irgendwie … schön! Selbst sein Vater wirkte aufgeschlossener, seit er seine neue Frau an seiner Seite hatte und auch wenn Conall die Tatsache, dass sein Vater nie so für ihn da gewesen war, wie er es sich oftmals gewünscht hatte, nicht vergaß, konnte er sich trotz allem mit ihm verstehen. Mochte es vielleicht bloß an Conalls recht unkomplizierter Art liegen, die mehr Wärme und Offenheit ausstrahlte als die kühle Distanz, die er in vielen Teilen seines Lebens erfahren hatte? Man mochte sich fragen, woher er diese Art überhaupt hatte, aber eine wirkliche Antwort auf diese Frage gab es nicht. Er war eben nicht geschädigt aus seiner nicht unbedingt leichten Kindheit hervorgegangen, sondern mit einer ureigenen Stärke, die er sich stets beizubehalten gedachte. Eine Stärke, die ihm selbst entsprungen war und die er weder von seinem Vater noch von seiner Mutter vermacht bekommen hatte.

Als Conall schließlich 15 Jahre zählte, noch mitten in seiner Pubertät, sollte er eine Bekanntschaft machen, die sein Leben von diesem Moment an prägen würde. Saoirse O’Leary ging auf die gleiche Schule in die Parallelklasse und hatte eigentlich gänzlich wenig mit ihm zu tun. Aber als sie sich an einem Freitagnachmittag auf dem Schulflur begegneten – Conall konnte sich beim besten Willen nicht mehr daran erinnern, weshalb er gerade an einem Freitagnachmittag noch in der Schule verweilte – und aufgrund eines kleinen Fauxpas – er hatte tatsächlich sein Chemieprojekt aus Tollpatschigkeit heraus fallen lassen – zunächst in eine kurze Schockstarre gerieten – wer wusste schon ob besagtes Chemieprojekt nicht doch ätzende Säure enthielt? -, die sich wenige Augenblicke später in schallendes Gelächter über diesen unbegründeten Anflug von Panik verwandelte – natürlich enthielt so ein einfaches Chemieprojekt keine ätzende Säure! -, war der erste Knoten eines scheinbar unzerstörbaren Bandes geknüpft. Saoirse O’Leary war von da an wie der Lichtblick in einer stressigen Schulwoche, ihr herzliches Lächeln ein Sonnenstrahl in anstrengenden Zeiten und Conall merkte schon bald, wie er dem Mädchen unwiderruflich verfiel. Und diese Gefühle trafen auf Gegenseitigkeit. Zunächst näherten sie sich zwar nur zögerlich an, wurden schon bei den ersten ausgetauschten Worten rot und begegneten sich überaus zaghaft, doch mit der Zeit verschwand diese anfängliche Schüchternheit und machte ernsthaftem und offen gezeigtem Interesse Platz. Ein halbes Jahr nach ihrer ersten Begegnung – oder zumindest der ersten Begegnung, die sie bewusst wahrgenommen hatten -, tauschten sie das erste Mal flüchtige Küsse aus und nur eine Woche später sahen sie sich in einer Beziehung wieder. Während sie zuerst noch mit rotschimmernden Wangen und wie schüchterne Fünfjährige händchenhaltend den Schulflur entlangliefen, stellten sie ihre Beziehung schon bald offen zur Schau. Natürlich nicht in der Weise, in der viele Jugendliche es gerne handhabten, indem sie sich in aller Öffentlichkeit gegenseitig die Zungen in den Hals rammten, sondern in einer wesentlich gemäßigteren und traditionelleren Art und Weise. Es wurde vielleicht der ein oder andere flüchtige Kuss ausgetauscht, Umarmungen wurden verteilt und Hände gehalten, doch die intimeren Inhalte ihrer Beziehung behielten sie auch ganz und gar intim.

Conall war 18, als er schließlich seine Schullaufbahn beendete, Saoirse nach wie vor an seiner Seite. Er hatte inzwischen die Entscheidung getroffen, sich einem Medizinstudium zu widmen und auch sie hatte ein Studium im Sinn, obgleich sich dieses in eine etwas andere Richtung bewegte. Während er begonnen hatte, den Wunsch zu hegen, Kinderarzt zu werden, hatte sie ein ungemeines Interesse für biologische Sachverhalte entwickelt.
Ihr Weg führte sie also in die Hauptstadt, allerdings nicht in die irische, wie Conall es zunächst vorgehabt hatte, sondern in die britische – nach London. Da Saoirses Mutter gebürtige Londonerin war, pflegte sie eine besondere Verbindung zu der Stadt und obgleich Conall zunächst skeptisch war – man kennt schließlich die scheinbar angeborene Abneigung zwischen Iren und Engländern -, gab es im Grunde nichts, was er gegen einen Umzug nach London einzuwenden hatte. Die Stadt bot unzählige Möglichkeiten und vor allem in der studentischen Hinsicht würden ihn die hiesigen Universitäten ohne Zweifel weit bringen können.
So folgte also ein Umgebungswechsel in eine idyllische kleine Wohnung nahe des Londoner Hyde Parks, die sie Beide sich eigentlich nur aufgrund des Rückhalts ihrer Familien leisten konnten. Natürlich hätte Conall durchaus weitere finanzielle Mittel zur Verfügung gehabt, doch wollte er sich nicht zu sehr auf das Vermögen seiner Familie stützen, schließlich galt es nun, da er eigentlich erwachsen war, auch sein eigener Herr zu werden und sich in Unabhängigkeit zu üben.

In den folgenden Jahren widmete Conall sich also seinem Studium, während Saoirse ihrer Leidenschaft für Biologie nachging. Nebenbei verdienten sie Beide sich etwas Geld durch diverse Kleinjobs hinzu, um letztlich ihre eigenen Rücklagen aufbauen zu können. Das Leben schien fabelhaft in dieser Zeit, sie genossen ihre Jugend, genossen die ersten Anflüge von Erfolg in ihren jeweiligen Studien und vor allem genossen sie das gemeinsame Leben in der neuen Heimat.

Doch der Euphorie wurde ein jäher Dämpfer versetzt, als Conall kurz davor war, sein neuntes Semester anzugehen, bereits mitten in den Vorbereitungen für seine Dissertation. Am 9. August 2008 ereilte ihn die Nachricht, dass sein kleiner Bruder und dessen Mutter in einen tragischen Autounfall geraten waren. Nur Colin hatte überlebt, knapp zwar, aber er war am Leben, doch die einzige Frau, die ihm je wirklich gezeigt hatte, was es hieß, eine Mutter zu sein war fort und hinterließ drei trauernde Söhne.
Die Beerdigung war ein einziges Trauerspiel. Sogar der Himmel weinte und stand dabei in perfektem Einklang zu den schwarz gekleideten Gästen, die sich unter dem schwarzen Regenschirmhimmel versammelt hatten. Conall versuchte sich irgendwie an der Tatsache zu stützen, dass zumindest Colin Glück gehabt hatte, doch wenn er den damals gerade Elfjährigen anblickte, sein Körper sichtbar malträtiert und von den Schmerzmitteln in eine tranceartige Apathie versetzt, dann konnte ihm selbst dieser Fakt nur wenig Freude bereiten. Natürlich war er erleichtert, dass ihm zumindest sein kleiner Bruder geblieben war. Trotz des großen Altersunterschieds, der sie voneinander trennte, hätte er es nicht verkraften können, den kleinen Jungen zu verlieren, doch der Preis, den Colin sinnbildlich dafür hatte zahlen müssen, würde ihn mit Gewissheit verändern. Conall glaubte kaum, dass der fröhliche, verspielte Junge, der sein Bruder zuvor gewesen war, so einfach wiederkehren würde und vor allem fürchtete er, dass sein Vater mit seiner Art, die Dinge lieber sich selbst und ihrem ‚natürlichen‘ Lauf zu überlassen als sich eigenständig darum zu kümmern, die ganze Situation nicht besser machen würde.
Einen Monat blieb Conall in Irland, um seine Familie unterstützen zu können. Saoirse kümmerte sich in dieser Zeit um die wichtigsten Belange in London, während er versuchte, in diese Lage irgendwie einen Lichtblick zu bringen. Wie zu erwarten gelang ihm das nicht wirklich. Körperlich erholte Colin sich zwar, aber die seelischen Wunden, die der Tod seiner Mutter verursacht hatte, waren sogar nach außen hin zu erkennen. Wie gern hätte Conall seinem kleinen Bruder damals gesagt, dass alles gut werden würde, dass er nicht weinen musste und die schönen Momente in Erinnerung behalten sollte, doch das war leichter gesagt als getan. Wer würde schon einfach so kurz nach dem Tod eines geliebten Menschen über einen solchen Verlust hinwegblicken und sich an den guten Erinnerungen erfreuen können? Es galt schließlich zuerst, den Verlust zu verarbeiten und das würde seine Zeit brauchen.

Als Conall nach London zurückkehrte, tat er dies nur widerwillig, schließlich regte sich in ihm nach wie vor die begründete Befürchtung, dass Colin in der Situation wie sie nun Zuhause entstanden war, nicht gut aufgehoben war, doch was sollte er tun? Er war schließlich selbst gerade am Anfang seiner Karriere, musste sein Studium beenden und dann erst konnte er wirklich Fuß fassen. Vielleicht hätte er sich doch mehr darum kümmern sollen – zumindest hatte er sich das im Nachhinein eingeredet -, doch zum damaligen Zeitpunkt hatte er sich nicht in der Lage gesehen, mehr tun zu können, als er getan hatte.

Saoirse war ihm in der folgenden Zeit eine willkommene Unterstützung. Sie schaffte es, ihn nicht nur abzulenken, sondern auch seine Aufmerksamkeit wieder auf sein Studium zu konzentrieren. Natürlich schwelte im Hintergrund noch weiterhin die Traurigkeit und auch die Sorge um seinen kleinen Bruder, doch die zunehmenden Anstrengungen, die sein Studium von ihm forderten, schafften es, seine Gedanken so sehr in Besitz zu nehmen, dass er besagte Sorgen geflissentlich auszublenden vermochte.
Im Verlauf seiner weiteren Studienzeit begann er immer mehr praktische Erfahrungen in der medizinischen Arbeit zu sammeln und die Freude, die er daran hatte, bestätigte ihn nur noch mehr in seinem Entschluss, Kinderarzt zu werden. Er kümmerte sich gern um die Kleinen, schien ein Gespür für sie zu haben, ohne dass man überhaupt genau sagen konnte, woher er dieses hatte. Gewissermaßen stellte er einen Ruhepol für die kleinen Patienten dar, wenn diese sich berechtigterweise vor dem Arztbesuch fürchteten und um diesen Ruhepol waren Kinder sowie Eltern überaus froh.

Im Jahre 2010 war es schließlich soweit und er erhielt mit seiner Approbation und seiner vollendeten Dissertation auch seinen Doktortitel. Und in dem Moment, als ihm die Urkunde überreicht wurde, führte ihm dies vor Augen, was er in den vergangenen Jahren bereits geschafft hatte. Er konnte sich endlich Arzt nennen, auch wenn mit seiner Facharztausbildung noch einiges an Arbeit vor ihm lag. Doch für den Moment hatte er seinen ersten wirklich großen Meilenstein erreicht und das musste gefeiert werden. Auch Saoirse stand inzwischen als arbeitstätige Biologin mit beiden Beinen im Leben und das bedeutete für sie Beide, einen weiteren großen Schritt zu tun, der eigentlich schon lange überflüssig war.
Am Morgen nach den Feierlichkeiten wachten sie nicht nur mit dem Kater des Jahrhunderts auf, sondern zudem als Frischverlobte und Saoirse somit mit einem silbern schimmernden Ring am Finger. Noch bevor Conalls Facharztausbildung beginnen sollte, waren die Hochzeitsvorbereitungen in vollem Gange, schließlich hatten sie in ihrer Beziehung bereits lange genug gewartet und bevor der Ernst des Arbeitsalltags losgehen sollte, wollten sie sich diesen Schritt in die offizielle Familiengründung gönnen. Die Hochzeit fand im Sommer statt, in der irischen Heimat auf dem Anwesen der Familie Folan. Obwohl alles recht kurzfristig geplant worden war, war das Fest groß, fast größer als Conall es sich gewünscht hätte, doch nichts hätte an diesem Tag seine Stimmung trüben können. Und nichts und niemand hätte schöner sein können als seine Braut, seine Saoirse.

Keine Woche später befanden sie sich allerdings bereits wieder auf dem Weg nach London. Die Flitterwochen wollten sie nachholen, doch für Conall hieß es nun erstmal, sich seiner Ausbildung zu widmen. Fünf Jahre sollte er brauchen, um sich letztendlich als Facharzt für Kinderheilkunde bezeichnen zu können. Doch entgegen seiner Erwartung sollte alles anders kommen…

Etwas über ein Jahr hatte er bereits hinter sich gebracht, als seine Frau ihm mit Freudentränen in den Augen den positiven Schwangerschaftstest vor die Nase hielt und ein darauffolgender Besuch beim Frauenarzt bestätigte die frohe Kunde. Die junge Familie sollte bald schon wachsen und um ein neues Mitglied bereichert werden. Doch aus irgendeinem Grund schien das Schicksal der Familie in glücklichen Momenten gerne einen Dämpfer zu verpassen. Die Monate vergingen und Saoirses Bauch nahm stetig an Fülle zu, als sie sich eines Nachmittags bei ihrem Arzt wiederfand, um einem ständig wiederkehrenden Kopfschmerz nachzugehen. Zuerst erzählte sie ihrem Gatten nichts, doch je mehr Ärzte ihr die Diagnose bestätigten, desto weniger sah sie sich in der Lage, Conall noch weiter im Glauben zu lassen, alles wäre bei bester Ordnung, denn das war es nicht. Der Tag, an dem Saoirse ihm schließlich erzählte, dass sie einen Hirntumor hatte, warf Schatten über die zuvor noch glücklichen Aussichten. Fast hätte er es für einen schlechten Traum gehalten, wollte sich kneifen, um aus diesem Albtraum zu erwachen, doch es gab kein Erwachen, denn das war die Realität und diese sah nicht gerade rosig aus.
Die Ärzte stellten das junge Ehepaar vor eine Entscheidung – würden sie sofort mit der Behandlung beginnen, hätte sie relativ gute Chancen auf eine Genesung, doch das würde bedeuten, dem Kind, das in Saoirses Bauch heranwuchs das Leben zu nehmen, noch bevor dieses erst richtig begonnen hatte und das konnte keiner von Beiden übers Herz bringen. Sie entschieden sich also für das Kind und somit auch für das wachsende Risiko, dass ihnen von nun an nur noch begrenzte gemeinsame Zeit zur Verfügung stehen könnte. Doch der Gedanke an das weitere Familienmitglied, das sich bald zu ihnen gesellen würde, vermochte es trotz aller Widrigkeiten ihnen die Hoffnung und den Mut zu geben, weiterhin mit einem Lächeln auf den Lippen durch den Tag zu gehen. Es war schwer, ja, aber es war nicht unmöglich.

Keine zwei Monate bevor das Kind schließlich kommen sollte hieß es aber, noch ein Mitglied in die Familie zu begrüßen, kein neues zwar, aber dennoch ein ebenso willkommenes. Wie Conall erwartet hatte, hatte sich die Situation Zuhause keineswegs ins Positive entwickelt, was Conalls kleinen Bruder schließlich dazu getrieben hatte, sich mit ihm in Verbindung zu setzen und ihn darum zu bitten, ihn bei sich wohnen zu lassen. Andernfalls wäre es vermutlich zu einer Eskalation gekommen, die alle Seiten als überaus unzufriedenstellend empfunden hätten. Also waren sie kurz darauf zu Viert.

Am 09. August des Jahres 2012 wurde die kleine Darcy May Folan geboren, genau an dem Tag, an dem vier Jahre zuvor Colins Mutter von ihnen gegangen war. Es war ein Tag der Freudentränen aber auch der Trauer. Trauer um den geschehenen Verlust, Trauer oder vielmehr Sorge auch um den möglicherweise kommenden. Natürlich ging Conall nicht von vornherein davon aus, dass Saoirse es nicht schaffen würde, doch die Chancen standen denkbar schlecht, obwohl sie keine Zeit verschwendeten, um die Therapie zu beginnen.
Die folgenden Monate stellten sich als überaus nervenaufreibend heraus. Conall hatte sich nicht nur um seine neugeborene Tochter zu kümmern, sondern auch um Saoirse, die zwar äußerste Stärke bewies, aber dennoch kürzertreten musste. Und natürlich war da auch noch Colin, der sich zwar entgegen Richards Erwartungen als durchaus anständig erwies und keinerlei größere Probleme heraufbeschwor, der aber dennoch ein gerade fünfzehnjähriger Jugendlicher war und somit keineswegs sich selbst überlassen werden konnte. Es war absehbar, dass Conall seine Ausbildung für eine Weile auf Eis legen musste, anders wäre die gesamte Situation keineswegs zu bewerkstelligen gewesen. Und trotz allem wurde es nicht besser. Saoirses Therapie schlug nicht an, zeigte kaum Wirkung und schließlich Grund zur Annahme, dass keine Besserung mehr eintreten würde. Letztendlich entschieden sie sich in Absprache mit den Ärzten dazu, die Behandlung einzustellen und Saoirse die Zeit, die sie noch hatte, so angenehm wie möglich zu gestalten. Trotz des nahenden Abschieds gestalteten sich diese letzten paar Monate als welche der schönsten, die sie je hatten. Conall nahm seine Frau, Colin und Darcy für einige Tage sogar mit auf einen Kurzurlaub, um sein Versprechen einzulösen, mit Saoirse auf Flitterwochen zu gehen, wenngleich sich diese denkbar unkonventionell gestalteten.
Diese letzten Monate hatten Saoirse auch ein außerordentliches Band zu Colin aufbauen lassen. Durch ihre mütterliche Art hatte sie ihm ein Stück weit die fürsorgliche Zuneigung geschenkt, die ihm seit dem Tod seiner Mutter verwehrt gewesen war. Doch allzu schnell endete diese schöne Zeit für die kleine Familie. Am 02. Februar des Jahres 2013 verstarb Saoirse Folan und hinterließ eine entsetzlich große Lücke, bei der Conall bezweifelte, dass sie je wieder gefüllt werden konnte. Aber trotz allem, trotz der Trauer, die ihn in manchen einsamen Nächten zu zerfressen drohte, trotz des unsagbaren Schmerzes, der mit dem Verlust einherging, blieb er stark. Er machte weiter wie er es Saoirse versprochen hatte. Er blieb stark für sie, für Darcy und für Colin. Gerade jetzt in dieser Zeit war Stärke das wohl einzige, was ihn noch über den Fluten halten konnte.
Und im Sommer des gleichen Jahres nahm er seine Ausbildung wieder auf, ließ sich von der nagenden Traurigkeit nicht beirren. Sein Ehrgeiz war nach wie vor vorhanden, wenn nicht sogar noch stärker als zuvor und seine Zielgerichtetheit unverändert.

Das Jahr 2016 stellte schließlich das Ende seiner Facharztausbildung dar. Darcy zählte inzwischen vier Jahre und Colin hatte die Schule bereits beendet und widmete sich einem Philosophiestudium. Als Conall recht bald darauf eine Anstellung in einer Gemeinschaftspraxis für Kinderheilkunde fand, schien sich alles doch irgendwie recht gut gefügt zu haben. Die Familie mochte aus einer gewiss unorthodoxen Zusammenfügung bestehen und es mochten auch immer wieder Schwierigkeiten auftreten, doch bisher hatte es nichts gegeben, das sich nicht hatte bewerkstelligen lassen und wenn sie es bis hierher geschafft hatten, warum dann nicht auch weiter?


COLINS STORYLINE

Im Besitz der Familie Folan, eine der wenigen tatsächlich reichen Familien Irlands, befindet sich ein altes Landgut, welches etwa eine dreiviertel Stunde nördlich von Dublin gelegen ist und von Generation zu Generation weitergegeben wird. Während des irisch-englischen Krieges wurden in den alten Kellergewölben Waffen gelagert, aber inzwischen ist dort nur noch Wein und vor allem der berühmte Whisky, mit dem die Familie seit dem 18. Jahrhundert ihr Geld verdient, zu finden. Über der großen Eingangstür thront das Wappen der Familie. Ein hölzernes Fass über zwei gekreuzten Gerstenhalmen auf nachtblauen Grund. Besonders bekannt ist die Familie, neben ihrer Destillerie, für ihr Verhalten während der von 1847 bis 1852 andauernde, durch die Kartoffelfäule ausgelöste Hungersnot. So gut er konnte versuchte der damalige Herr des Hauses nicht nur seine eigene Familie, sondern auch die seiner Nachbarn zu versorgen. Etwas, das den Folans auch heute noch hoch angerechnet wird und zugleich einen Maßstab setzte, an den sich die Nachkommen besagten Hausherren zu messen hatten. Nächstenliebe, Höflichkeit und Gerechtigkeit sind allesamt Werte, welche in der Familie hoch angesehen werden. Doch genug der Geschichtsstunde, finden wir uns stattdessen in der Neuzeit ein. Denn in eben jenem Anwesen kam am 11. August im Jahr 1997 ein kleiner Junge auf die Welt.

Colin, der zu seinem großen Missfallen den Zweitnamen Hamish erhielt, kam als dritter Sohn von Richard Folan auf die Welt. Sein Vater, der sich von seiner ersten Frau hatte scheiden lassen, hatte Colins Mutter erst ein Jahr zuvor kennengelernt und sogleich geheiratet. Angeblich war es „Liebe auf den ersten Blick“ gewesen, aber Colin, welcher ein eher angespanntes Verhältnis zu seinem Erzeuger pflegt, wagt diese Aussage heutzutage zu bezweifeln. Auch wenn er es nicht laut sagen würde, vermutet Colin, dass sein Vater bereits eine Affäre mit seiner Mutter gehabt hatte, als er noch mit seiner ersten Frau verheiratet gewesen war, nachweisbar ist dies jedoch nicht und soweit er weiß hat auch keiner seiner älteren Brüder eine ähnliche Vermutung. Entweder das oder sie bevorzugen es schlichtweg nicht mit ihm darüber zu reden. Das könnte ebenfalls Grund sein.
Trotz dieser Sache hätte Colin sich einen besseren Start ins Leben eigentlich gar nicht wünschen können. Man könnte wohl davon sprechen, dass er zumindest in den ersten Jahren seines Lebens ein wenig verzogen wurde. Es war verdammt schwer dem kleinen blonden Jungen mit den großen grünen Augen irgendetwas abzuschlagen. Etwas, das sich auf Colins spätere Entwicklung ausüben sollte. Denn der Junge lernte schnell, wie er sich zu verhalten hatte, was Schreien, Lachen oder eben Weinen bewirken konnte, schlichtweg wie er sich zu verhalten hatte, wenn er etwas haben wollte. Damals artete es zwar noch nicht direkt in Manipulation aus, immerhin war er ja nur ein kleines Kind, das Verhaltensmuster erlernt hatte, doch heutzutage befindet er sich in manchen Situationen definitiv auf diesem Level der Kontrolle. In den meisten Fällen tut er dies jedoch nicht aus Böswilligkeit, sondern hauptsächlich da er es interessant findet, wie leicht manche Menschen um den Finger zu wickeln sind. Zudem kann es in manchen Fällen einfach praktisch sein, vor allem wenn man sich irgendwie einer unangenehmen Situation entziehen muss.
Was seine Familie anging, so hatte Colin eine besonders starke Bindung zu seiner Mutter. Dies lag hauptsächlich daran, dass sein Vater meist mit seiner Arbeit beschäftigt war und der Altersunterschied zu seinen Brüdern ein wenig zu groß war, als dass sie wirklich viel Zeit miteinander verbracht hätten. Er verstand sich durchaus gut mit den beiden Älteren, wenn man von kleinen, zwischen Brüdern vollkommen normalen Meinungsverschiedenheiten absah, doch die Tatsache, dass die Beiden eine andere Mutter als Colin selbst hatten, war etwas dass sie dennoch ebenfalls voneinander unterschied.

Trotz der Unterschiede hatte Colin eine glückliche und erfüllte Kindheit. Etwas, das sich am 9. August 2008, zwei Tage vor Colins elftem Geburtstag ändern sollte. In Dublin und Umgebung herrschte zu jener Zeit großes Chaos. Sturzfluten, ausgelöst durch heftige Regenfälle, die am jenem 9. August beinahe 24 Stunden anhielten, brachten Zerstörung auf die Straßen des Landes. Eigentlich war es zu gefährlich um unterwegs zu sein, aber Colin, der es zu jener Zeit noch gewohnt war beinahe alles zu bekommen, wonach es ihm verlange, hatte lange genug gequengelt um seine Mutter dazu zu bringen, mit ihm einkaufen zu fahren. Mittlerweile weiß er nicht mehr was genau er für seinen bevorstehenden Geburtstag haben wollte. Er sollte es ohnehin nie bekommen.
Mutter und Sohn fuhren gegen fünf Uhr an jenem Abend los. Sieben Stunden später erwachte Colin, mitten in der Nacht und nicht in der Lage sich an die vergangenen Stunden zu erinnern, im nächstgelegenen Krankenhaus. Er hatte ein gebrochenes Bein, eine ordentliche Gehirnerschütterung und ein paar angeknackste Rippen. Es hatte einen Autounfall gegeben. Irgendwie wären sie von der Straße abgekommen und eine Böschung heruntergefallen. Anscheinend hatte sich das Auto überschlagen, obwohl Colin dies nur aus Erzählungen weiß. Eigentlich ist er froh, dass er sich nicht an jene Nacht erinnern kann, wobei es durchaus sein könnte, dass er es lediglich verdrängt, denn während er mit seinen Verletzungen davonkam, wurde seiner Mutter das Genick gebrochen. Sie war tot, bevor die Rettungskräfte überhaupt informiert waren.
Die Beerdigung war ein scheußlich großes, aufwendiges Unterfangen. Doch vor Colins Augen verwischte es zu einem grau-schwarzen Tuch aus Geräuschen und anderen Wahrnehmungen. Es galt, Hände zu schütteln und sich Kondolenzbekundungen anzuhören. Colin war beinahe dankbar dafür, dass er dank seiner Knochenbrüche Schmerzmittel intus hatte, denn so konnte er das ganze Geschehen mit einer Miene der apathischen Gleichgültigkeit an sich vorbeiziehen lassen, bis schließlich alle Trauergäste gegangen und er endlich alleine sein konnte.

2008 änderte sich Vieles in Colins Leben. Zum einen war da auf einmal diese gewaltige Lücke, die er einfach nicht zu füllen vermochte, egal wie sehr es sich auch bemühte. Zudem begann er sich immer mehr von seiner Familie zurückzuziehen. Es begann beinahe harmlos, er verbrachte viel Zeit in seinem Zimmer, ließ hin und wieder – wenn es ihm erlaubt wurde – eine der Mahlzeiten ausfallen um sich später selbst etwas zu machen und sprach weitaus seltener als er es früher getan hatte. Sein Vater ließ es geschehen, denn er glaubte, dass er seinem Sohn schlichtweg genügend Raum zur Trauer geben musste. Immerhin ging jeder Mensch mit dem Verlust eines Familienmitgliedes anders um und wenn Colin es bevorzugte, für sich alleine zu sein und niemand anderen sehen zu müssen, dann, so glaubte er, sei dies die beste Methode. Ein Fehler wie sich herausstellen sollte. Denn für Colin wirkte es mit jedem verstreichenden Tag so, als würde sich sein Vater schlichtweg nicht für den Verlust Colins Mutter und somit gleichzeitig nicht für ihn interessieren. Als wäre ihm alles vollkommen egal
Und wenn er seinem Vater egal war, dann – so beschloss er – war sein Vater und alles was mit ihm, alles was mit seinem Namen zusammenhing, Colin ebenso egal. Was kümmerten ihn die Regeln und Verbote? Warum sollte er sich darum scheren was sein Vater alles von ihm verlangte? Er würde nach seinen eigenen Regeln leben. Er würde sich nicht länger Dinge von einem Mann, dem er doch eh vollkommen egal war, vorschreiben lassen. Also begann er, im zarten Alter von 12 Jahren, genau wie viele seiner „außer Kontrolle geratenen“ Klassenkameraden zu trinken und bald darauf auch zu rauchen. Egal, wonach ihm der Sinn stand.
Seine Eltern hatten es für eine gute Idee gehalten Colin auf eine öffentliche Schule zu schicken. Er sollte nicht so entfremdet von anderen Kindern seines Alters aufwachsen. Er und seine Klassenkameraden stichelten sich gegenseitig dazu an, weiter und weiter zu gehen und immer waghalsigere Dinge zu tun. Colin wurde von einem wohlerzogenen Jungen zu einem Raufbold und ungezügelten Flegel.
Sein Verhalten wurde von Tag zu Tag schlechter. Während er früher noch mit Höflichkeit agiert hatte, war er nun aggressiv und nur auf Konfrontation aus. Es gab kaum ein Gespräch mit seinem Vater, das nicht in einem großen Streit endete. Bald schon begann dieses Verhalten auch in der Öffentlichkeit und in der Schule durchzuscheinen. Vor allem die Aggressionen begannen sich immer häufiger zu zeigen und Colin handelte sich so manche Prügelei ein. Anfangs hatte er nur eine große Klappe, doch je älter er wurde, desto mehr legte er auch an Muskelmasse an und es lag nicht in seiner Natur sich irgendetwas gefallen zu lassen. Die Schule allerdings ließ sein Aufführen nicht ungestraft vonstattengehen.


Innerhalb von drei Jahren wurde er mehrmals für eine Weile von der Schule suspendiert. Mal waren es nur ein zwei Tage, mal eine ganze Woche, einmal sogar drei Wochen am Stück. Doch Colin interessierte sich nicht dafür. Er interessierte sich nicht für die Strafen, die sein Vater ihm auferlegte oder die Tatsache, dass seine Noten zunehmend schlechter wurden. Dies lag weniger daran, dass er den Stoff nicht verstand, sondern viel mehr daran, dass er sich schlichtweg keine Mühe gab. Es war ihm vollkommen egal welche Noten er erzielte.
Eine Weile lang war dies sein Alltag. Bis er schließlich, nach wiederholtem Fehlverhalten von der Schule geworfen wurde. Da konnte auch das Geld seiner Familie nichts mehr drehen und wenden. Sein Vater wusste zu diesem Zeitpunkt nicht was er noch mit seinem Sohn anstellen sollte. Egal was er versuchte, alles schien die Situation nur noch schlimmer zu machen. Colin und Richard hatten inzwischen absolut keinen Draht mehr zueinander und da der Junge alles was sein Vater sagte als negativ abstempelte, war ein Aufeinanderzugehen so gut wie undenkbar.
Also überlegte Richard Folan kurzerhand seinen jüngsten Sohn auf ein Internat zu schicken, hoffend, dass man dort dem Jungen wieder richtiges Benehmen eintrichtern könnte. Vielleicht, so glaubte er, würde der Abstand ihnen beiden und ihrem durchaus angespannten Verhältnis zueinander guttun. Doch es sollte etwas anders kommen als von dem alten Herren geplant.
Für Colin selbst bestärkte dieses ganze Gerede von Internaten nämlich lediglich den Glauben, dass er seinem Vater vollkommen egal war. Dass dieser sich nicht einmal mehr mit ihm abgeben wollte.

Also kontaktierte er seinen älteren Bruder Conall. Dieser war einige Jahre zuvor fortgezogen und hatte sich in London niedergelassen. Colin hoffte, dass er es schaffen würde, seinen Bruder davon zu überzeugen, ihn bei sich aufzunehmen, denn er wusste, dass, sollte er es schaffen Conall auf seine Seite zu ziehen, auch sein Vater nur schwer 'nein' sagen können würde. Im gleichen Sommer noch, es war das Jahr 2012, zog Colin also schließlich in die verregnete Hauptstadt Englands. Anfangs war es ein ziemlicher Interessenskonflikt für den jungen Iren. Klar, er war froh bei seinem Bruder, welcher die ganze Situation nur aus Erzählungen seines Vaters und von Colin selbst mitbekommen hatte, was vermutlich auch der Grund war, aus dem er seinen kleinen Bruder überhaupt bei sich aufnahm - vermutlich konnte er einfach nicht glauben, dass das ganze wirklich so schlimm war, wie sein Vater es schilderte – unterkommen konnte, aber auf der anderen Seite war dies England. Verdammt noch mal England. Warum hatte Conall nicht ein Land wählen können, dass nicht Jahrelang im Krieg mit seiner Heimat gelegen hatte?

In London jedoch zeigte sich Colin von seiner besten Seite. Auch wenn er innerlich noch immer aufgewühlt war, so tat ihm der Abstand zu seinem Vater tatsächlich gut. Mit Conall, der in Colins Augen das einzige Familienmitglied war, dem er noch wirklich vertrauen konnte und der zu ihm stehen würde, verstand er sich meist zudem ziemlich gut und auch wenn er sich ab und an daneben benahm, war es leicht seinen großen Bruder von seinen guten Qualitäten zu überzeugen. Gute Qualitäten, die Colin durchaus besitzt, immerhin ist er kein „böser“ Mensch, sondern lediglich vor einiger Zeit vom rechten Weg abgekommen und bisher nicht in der Lage gewesen eben diesen Weg wiederzufinden.

Nun bei seinem Bruder lebend kam Colin auf eine prestigeträchtige Privatschule, welche zwar gleichzeitig als Internat fungierte, dieses Angebot aber nicht als Pflicht hatte. Hier lernte er eine Gruppe an ganz besonderen Menschen kennen. Menschen, die er auch heute noch zu seinen Freunden zählt. Wobei das Wort „Freundschaft“ in diesem Fall sehr locker zu sehen ist. Andere Menschen würden es vielleicht eher als eine Art Zweckgemeinschaft beschreiben und es ist ziemlich sicher, dass der ein oder andere unter ihnen dem jeweils anderen ohne zu zögern ein Messer zwischen die Schulterblätter rammen würde, wenn es zu seinem eigenen Nutzen wäre. Doch solange die Fassaden und falschen Lächeln sitzen ist alles in Ordnung.
Der herausstechendste dieser Menschen war ohne Zweifel ein Junge in Colins Alter der den Namen Henry Somerset – Verzeihung, 'Lord Henry Lorne Somerset' – trug und sich als ein gewaltiges Arschloch herausstellte. Doch Colin schien sich nicht sonderlich daran zu stören. Tatsächlich fand er den Anderen auf eine gewisse Art und Weise sogar sympathisch. Von Henry war es auch, dass Colin eine ganz bestimmte Sichtweise auf das Leben und andere Menschen adoptierte. Er war jung und er war reich, ihm gehörte die Welt. Zwar könnte er sich niemals mit Henry oder dessen pompösen adeligen Freunden messen, doch es dauerte nicht lange, bis er in ihrer Gruppe akzeptiert wurde. Auch wenn er sich in manchen Situationen wie ein Fisch auf trockenem Land fühlte – zum Beispiel als Henry ihn das erste Mal zu sich nach Hause einlud – fand er sich schnell in die Gruppe ein und bald war kaum noch zwischen ihm und den anderen zu unterscheiden... wenn man einmal von seinem irischen Akzent absah.

Nach seiner Schulzeit begann Colin gemeinsam mit Henry, welcher inzwischen wohl zu so etwas wie seinem „besten Freund“ geworden war – ein Philosophiestudium an der London University. Doch während Colin in den vergangenen Jahren am Ball blieb und nun das letzte Semester nutzt um seine Bachelor Arbeit zu schreiben, wobei er durchaus plant auch den Master in diesem Fach zu erhalten, verlor Henry schon nach kurzer Zeit das Interesse und widmete sich anderen Studienfächern. Die Frage ob er bei diesen bleibt ist jedoch zu dieser Zeit noch ungewiss.

Henry war auch derjenige, der Colin eines Tages von der „Crused Crew“ erzählte. Zunächst glaubte Colin, dass der Engländer ihn auf den Arm nehmen würde, aber schon bald taten sich Zweifel in ihm auf. Henry erzählte ihm mehr und mehr von dieser Organisation. Menschen, die dank ihres Reichtums die Fäden im Leben anderer zogen? Das konnte es doch nicht wirklich geben, oder etwa doch?
Nun Colin sollte schon bald erfahren, dass es diese Organisation tatsächlich gab. Denn Henry scheute keine Kosten und Mühen, um dafür zu sorgen, dass sein irischer Freund eben dieser Gruppe beitreten konnte. Henrys Großvater schien ein ziemlich hohes Tier der Crew zu sein.

Tatsächlich bürgte Henry sogar für Colin, da die Crew anfangs nicht sonderlich begeistert von der Idee war, einen Iren, der zudem noch nicht einmal aus sonderlich hohem Stand kam, bei sich aufzunehmen. Doch durch Henrys Unterstützung gelang es. Bald schon merkten die beiden allerdings, dass die Crew nicht genau das war, was sie sich vorgestellt hatten. Der Ursprung der Gruppe lag in eben jener Denkweise, die Colin angenommen hatte. „Wir sind reich – uns gehört die Welt.“, doch wo sich die Jungs erhofft hatten, tun und lassen zu können was sie wollten, stießen sie viel mehr auf Verhaltensregeln und das aristokratische Dasein älterer Männer.
Eines stand fest. Es war an der Zeit, dass ein neuer, frischer Wind aufwehte und wenn dieser nicht von ihnen stammte, von wem dann?




zuletzt bearbeitet 08.07.2019 21:56 | nach oben springen


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